Klimakipppunkte: Von der Wissenschaft in Ministerien, Bundestag und EU-Kommission
Sieben von neun planetaren Grenzen sind überschritten (Planetary Health Check 2025). Laut Global Tipping Points Report 2025 haben Warmwasserkorallenriffe ihren thermischen Kipppunkt bereits überschritten; dass die Atlantische Umwälzzirkulation (AMOC) ihren Kipppunkt schon passiert hat, können die Autor*innen nicht ausschließen. Einmal gekippt, sind diese Systeme auf jeder politisch relevanten Zeitskala praktisch unumkehrbar. Trotzdem plant Europa Klimapolitik und Klimaanpassung weiterhin für ein Klima, das sich allmählich verändert. Genau diese Lücke schließen wir.

Bundesregierung
Auf Initiative von SAVE haben Kipppunktforscher*innen im Mai 2025 Mitarbeitende zweier Bundesministerien in einem vierstündigen Workshop zu planetaren und sozialen Kipppunkten gebrieft. Als im Oktober 2025 der neue Global Tipping Points Report erschien, sind wir sofort auf das Bundesentwicklungsministerium zugegangen: BMZ und GIZ luden daraufhin in Kooperation mit SAVE drei Leitautor*innen des Reports ein, die über 40 Mitarbeitende brieften. Das BMZ plante im Anschluss ein Folgeformat.
Bundestag
Eine Woche nach Erscheinen des Reports debattierte der Bundestag in einer Aktuellen Stunde erstmals über Klimakipppunkte, mit Redner*innen aller demokratischen Fraktionen. Wir hatten uns, gemeinsam mit vielen anderen, lange dafür eingesetzt, das Thema auf die parlamentarische Agenda zu bringen.
Europäische Kommission
Treffen mit EU-Klimakommissar Wopke Hoekstra in Brüssel und auf der COP30 in Belém, darunter ein sechsstündiger Arbeitstag in der Kommission. Für die DG CLIMA und das Kabinett Hoekstra haben wir ein zehnseitiges Policy-Memorandum mit Executive Brief zu sechs Regulierungsinstrumenten verfasst und rund 100 konkrete Empfehlungen an Mitarbeitende der DG CLIMA übergeben. Daraus ist ein fortlaufender Dialog mit dem EU-Verhandlungsteam entstanden.
UN-Klimaverhandlungen
Auf der COP30 waren wir an Side Events zu planetaren und sozialen Kipppunkten beteiligt. Im Anschluss arbeiteten wir mit Prof. Tim Lenton und dem Team der COP30 Action Agenda daran, den Global Tipping Points Report in Politikprogramme zu übersetzen. Bei den Zwischenverhandlungen in Bonn (SB64, Juni 2026) haben wir uns im Gespräch mit dem COP30-Präsidenten dafür eingesetzt, die globale ethische Bestandsaufnahme (Global Ethical Stocktake) operativ wirksam zu machen.
Positive Kipppunkte
Gemeinsam mit dem Klimajournalisten Toralf Staud bringen wir Evidenz zu positiven Kipppunkten in der Mobilität, etwa aus Norwegen, Denver, Frankreich, Taiwan und China, ins Bundesumweltministerium.
Als Nächstes
COP31 in Antalya (November 2026) und der EU-Gesetzgebungsprozess zur Klimaresilienz. Gemeinsam mit Climate-KIC, Revive Earth und dem European Environmental Bureau setzen wir uns für die Umsetzung des Global Tipping Points Report ein. Mit europäischen Partnerorganisationen bereiten wir zudem ein mehrjähriges Projekt vor, das Klimaanpassung in Europa kipppunktfest machen soll.
Mehr dazu: Wie SAVE Kipppunktforschende und Politik zusammenbrachte.







